Privatsender bleiben bei Aufnahme- und Vorspulsperre stur

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Privatsender bleiben bei Aufnahme- und Vorspulsperre stur

Ungelesener Beitragvon techno-com » 22. November 2014 11:45

Privatsender bleiben bei Aufnahme- und Vorspulsperre stur

Die meisten Privatsender haben aktuell nicht vor, dem Beispiel von ProSiebenSat.1 zu folgen und die Aufnahme- und Vorspulsperren für ihre HD-Ableger zu lockern. Die Argumente, die dafür hervorgebracht werden, sind unterschiedlich - und dabei nicht immer nachvollziehbar. Längerfristig könnte die Strategie sogar zum Bumerang werden.

Im April und März überraschte die Mediengruppe ProSiebenSat.1 ihre HD-Zuschauer über Satellit. Mit dem Schritt zunächst die Vorspulsperre für ihre HD-Sender auf den Receivern mit HD-Plus-Zugangssystem zu beenden und kurz darauf auch die Aufnahmesperre über CI-Plus-Module aufzuheben, passte der Veranstalter seine Verbreitungsstrategie über Sat jener über Kabel und IPTV an. Doch Nachahmer fand die Mediengruppe mit ihrer Strategie bislang nicht - sehr zur Enttäuschung vieler Zuschauer.

Will niemand ProSiebenSat.1 folgen?

DIGITAL FERNSEHEN hat diesbezüglich mal bei den Veranstaltern nachgefragt. Dabei offenbarten die meisten keine Bereitschaft, den Schritt von ProSiebenSat.1 mitzugehen. Bei Sport1 verwies man diesbezüglich auf lizenzrechtliche Gründe, die ein Zulassen von HD-Aufnahmen nicht ermöglichen würden. Bei Discovery Communications (DMAX, TLC) möchte man nach eigenen Angaben die Exklusivität der Inhalte auf den eigenen Sendern gewährleisten, indem man Aufnahmen untersagt.

Für Deluxe Music sei eine Beendigung der Aufnahmerestriktionen derzeit ebenfalls kein Thema. Man wolle allerdings den Markt diesbezüglich beobachten. Bei Tele 5 verweigerte man gar vollständig eine Aussage zu diesem Thema. Für einen Sender, der einst mit seiner freien HD-Empfangbarkeit geworben hat, besonders enttäuschend.

Mit offenem Visier spielt man hingegen bei RTL. Wie ein Sprecher der Mediengruppe gegenüber der Redaktion mitteilte, befürworte man bei den Kölnern zum Schutz des werbefinanzierten Geschäftsmodells in der digitalen Welt die Unterbindung des Vorspulens von Werbung bei einer zeitversetzten Nutzung. "Nur dadurch ist gewährleistet, dass Werbung gesehen wird und somit vermarktbar bleibt", so der Sprecher.

Lizenzrechtliche Gründe als Ursache?

Damit erscheint die Antwort von RTL zumindest ehrlicher als die Antworten anderer Programmveranstalter. Denn allein lizenzrechtliche Gründe dürften wohl kaum dafür ausschlaggebend sein, dass Aufnahmen über CI Plus und Vorspulen auf HD-Plus-Receivern sowie auf proprietären Kabelboxen unterbunden werden. Ja, die Contentindustrie hat ein großes Interesse am Schutz ihrer Inhalte. Dieser wäre aber durch die verschlüsselt abgelegten Aufnahmen über HD-Plus-Receiver und CI Plus ohnehin gegeben. Ob der Nutzer aufgenommene Filme vor- und zurückspulen kann, sollte den Studios hingegen ziemlich egal sein. Schließlich kann er dies in Online-Mediatheken auch. Nein, Vorspulsperren dienen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit allein dem Sender und seinem eigenen Geschäftsmodell der Werbefinanzierung.

Diese Politik widerspricht bei allem Verständnis zudem dem Verhalten der Sender im SD-Bereich. Dort können aufgenommene Sendungen seit jeher nach belieben vor- und zurückgespult werden. Negative Auswirkungen auf den Werbemarkt hatte dies bisher nicht, obwohl der Großteil der Zuschauer weiterhin die SD-Versionen der Privatsender schaut. Angemerkt sei dabei noch, dass von Vorspul- und Aufnahmesperren nicht nur HD Plus betreffen, sondern auch die Plattformen der IP-und Kabelnetzbetreiber. Letztere hatten im September sogar an die TV-Veranstalter appelliert, ihre Restriktionspolitik mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit zu überdenken.

Wird die Strategie zum Bumerang?

Für die Privatsender bleibt damit die Problematik, dass sie dem Zuschauer, obwohl dieser in vielen Fällen bereit ist, für die HD-Inhalte extra zu zahlen, dabei zahlreiche Komfortfunktionen vorenthalten. Die zeitversetzte Nutzung von HD-Inhalten wird zum großen Teil sogar komplett unterbunden. Gerade angesichts der aufkommenden Konkurrenz durch Streaming-Dienste wie Netflix könnte sich diese Entscheidung für die Sender als Bumerang erweisen.

Und noch ein weiteres Problem könnte sich mittelfristig stellen. Denn längst sind die Aufnahme- und Vorspulsperren auch ins Visier von unabhängigen Entwicklern für Smart-TV-Systeme auf Linux-Basis geraten. So wird in Szenekreisen bereits gemunkelt, dass in den kommenden Monaten eine ganze Reihe von Hochleistungsreceivern durch Software aus dem Graubereich in die Lage versetzt werden könnte, die CI-Plus-Restriktionen zu umgehen.


Quelle: DF vom 21.11.2014, 14:13 Uhr, ps
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