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ARD will Dokus stärker auf Publikum zuschneiden

Verfasst: 5. Juli 2006 16:22
von techno-com
[jv] München - Die ARD will das Profil ihrer Dokumentationen am Montagabend verbessern.

Er sehe derzeit im Ersten dieselbe Baustelle wie sein Vorgänger Hartmann von der Tann, sagte der neue ARD-Chefredakteur Thomas Baumann der Nachrichtenagentur ddp in München.

"Das Problem sind die Dokumentationen am Montagabend, insbesondere was die Zuschauerzahlen angeht", räumte er ein. Deshalb gebe es hierfür ab sofort eine eigene Arbeitsgruppe in der ARD, die "AG Montag". Diese sei auf Anregung von der Tanns vor wenigen Tagen von den Chefredakteuren und Kulturchefs beschlossen worden und werde von ihm geleitet, fügte Baumann hinzu. Damit sollen nach seinen Worten die eingereichten Themenvorschläge für Dokumentationen noch härter als bisher auf ihre Erfolgschancen hin geprüft werden. "Wir werden das Fernsehen nicht neu erfinden - aber wir müssen noch intensiver fragen, ob diese Beiträge tatsächlich die Lebenswirklichkeit der Zuschauer erreichen und ob das Publikum daraus einen Gewinn ziehen kann", betonte der neue ARD-Chefredakteur und Koordinator für Politik, Gesellschaft und Kultur im Ersten.

Von der Tann hatte im Februar in einem Brief an die Chefredakteure und Kulturchefs der ARD-Sender scharfe Kritik an Teilen des ARD-Programms geübt. So kritisierte er die Bestückung des Sendeplatzes am Montagabend um 21.00 Uhr mit Dokumentationsreihen und - serien und etwa das Profil der Reportagen am Mittwochabend. Die Akzeptanz der Dokumentationen am Montag sei "rückläufig", hatte er betont.

Von der Tann, der seit 1993 ARD-Chefredakteur war, ging auf eigenen Wunsch in den vorgezogenen Ruhestand. Baumann tritt sein Amt am Samstag an. Er war zuvor stellvertretender Chefredakteur Fernsehen im ARD-Hauptstadtstudio Berlin.


Quelle: http://www.digitalfernsehen.de vom 3.7.06