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Zusammenfassung: Der Ball rollt wieder bei Premiere

Verfasst: 18. Juli 2007 17:10
von techno-com
[ha] Bonn - Die Fußball-Bundesliga wird ab der kommenden Saison live vom Münchener Bezahlfernsehsender Premiere gezeigt.

Nach einem monatelangen Tauziehen genehmigte das Bundeskartellamt am Mittwoch eine Kooperation von Premiere mit dem Konkurrenten arena. Die beiden Unternehmen bereiten nun den Abschluss der Vereinbarung vor. "Anschließend werden wir uns im Detail äußern", sagte ein Sprecher der arena-Muttergesellschaft Unity Media. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) muss die Kooperation noch genehmigen. Die Premiere-Aktie gewann bis zum Nachmittag 3,8 Prozent auf 19,90 Euro.

Das vereinbarte Modell sieht dem Bundeskartellamt zufolge vor, dass Premiere eine Sublizenz für die kommenden beiden Spielzeiten bis zum 30. Juni 2009 bekommt. arena erhält im Gegenzug für die dann von Premiere produzierten Bundesligasendungen eine Rücklizenz für Kabel sowie Satellit, das so genannte Direct-to-home (DTH).

Im Kabelgebiet in Nordrhein-Westfalen und Hessen werden sowohl die aus den Kabelnetzbetreibern ish und iesy hervorgegangene Unity Media als auch Premiere, im Wege der Durchleitung, die Bundesliga im Wettbewerb zueinander vertreiben. Daneben wird jeder Anbieter seine eigenen Pay-TV-Programme vermarkten. Damit wird es für Kabelkunden in Nordrhein-Westfalen und Hessen sowohl für die Bundesliga als auch für weitere Programmpakete eigenständige Pay-TV-Angebote von arena und Premiere geben.

Im Bereich DTH Satellit werden beide Satellitenplattformen bestehen bleiben. Sowohl arena als auch Premiere werden das Bundesliga-Programm und ihre jeweils eigenen Programme im Wettbewerb zueinander über DTH Satellit vermarkten.

Die ursprünglich vereinbarte Kooperation zwischen arena und Premiere nannte das Bundeskartellamt ein "Alpha Agreement", das nach Auffassung der Wettbewerbshüter zu einer langfristig angelegten Marktaufteilung geführt hätte. Mit der jetzt gefundenen Lösung sei sichergestellt, dass sowohl arena als auch Premiere das Bundesliga-Programm und ihre jeweils eigenen Programme im Wettbewerb zueinander über Satellit vermarkten werden.

Die Wettbewerbshüter räumten zwar ein, dass die Sublizenzierung eines für den Pay-TV-Markt bedeutsamen Exklusivrechtes – wie der Übertragungsrechte an der Fußball Bundesliga – an einen Wettbewerber grundsätzlich eine Wettbewerbsbeschränkung darstellen kann. Allerdings sei nicht auszuschließen gewesen, dass arena ohne die Kooperation die Bundesligarechte aufgrund der Verluste nicht weiter allein hätte vermarkten können. Eine Rückgabe der Lizenz an die DFL wäre die Folge gewesen. Unter diesen Umständen erscheine die zeitlich begrenzte Kooperation dem Bundeskartellamt "akzeptabel", sagte Kartellamtspräsident Bernhard Heitzer. Wettbewerb sei nach den nunmehr vereinbarten Regelungen möglich und wahrscheinlich.

Ligaverband und DFL haben die Entscheidung der Wettbewerbshüter «zur Kenntnis genommen». "Für die Zukunft hoffen wir auf eine klare Richtung, die Planbarkeit für Investoren, Medienpartner, die Vereine, vor allem aber die Fans garantiert", sagte Liga-Präsident Wolfgang Holzhäuser. Die Liga führe derzeit Gespräche mit arena, in denen die "Detailfragen geklärt werden". Die neue Spielzeit beginnt am 10. August.


Quelle: http://www.digitalfernsehen.de vom 18.7.07