Seite 1 von 1
Verständniss eines Messprotokolls
Verfasst: 16. Februar 2012 15:42
von pbuechel
Hallo zusammen,
wir haben uns eine neue SAT-Anlage von einem Elektroinstallationsunternehmen einbauen lassen.
Alles Kathrein-Komponenten (Spiegel CAS 90gr, LNB AUS 584, Multischalter EXR 1512). Inclusive Verkabelung bis ins Zimmer und Abschlußdosen.
Nach groben Anfangsschwierigkeiten (zwei der vier Kabel zwischen LNB und Matrix waren vertauscht) haben wir allerdings immer noch Empfangsprobleme.
Auf einigen Sendern (Pro7,Sat1,RTL) haben wir immer mal wieder Störungen (Bild bleibt stehen oder Blockartefakte). Tele5 ist eigentlich immer gestört (mit den gleichen Symptomen).
Zwischenzeitlich wurde die gesamte Anlage mal vermessen. (Messprotokoll attached)
Der Monteur meint dazu nur dass die Werte im guten "Bereich" liegen. Leider versteh ich diese Werte aber nicht.
Warum taucht das LNB und der Matrix-Eingang nur einmal auf? Da gibt es doch jeweils vier Ports.
Und was ist der Matrix-Ausgang wo es doch 12 gibt?
Inzwischen bin ich mir bzgl. der Fachfirma nicht mehr so sicher. Kennt sich jemand mit den Komponenten und dem Potokoll aus und kann etwas dazu sagen?
Vielen Dank erstmal ... Ciao
Re: Verständniss eines Messprotokolls
Verfasst: 16. Februar 2012 17:24
von techno-com
Hallo und herzlich Willkommen im SAT-Forum hier
Dieses Messprotokoll ist wahrlich etwsa "komisch" !
Als erstes wird nur eine Ebene (horizontal Lowband) überhaupt und dann auch noch nur ein Transponder (Astra 19 / Band: HL / Frequenz: 10744MHz / SR: 22000 / Programme: Arte SD, Phoenix, Eins Plus, Eins Extra, Eins Festival) überhaupt gemessen.....
Von Matrix-Eingang zu Matrix-Ausgang verlieren wir dann noch einmal 11db ... mit Erschrecken musste ich eben selbst mal das Datenblatt der EXR1512 lesen und dabei echt ersehen das dieser Schalter im Satbereich eine "Verstärkung" von -12...-7dB hat (schönes Wort "Verstärkung" und dann die Werte mit "-" angeben ! Andere Sachen dazu "Verlust" !). Selbst ein
receivergespeister Multischalter von Jultec (
JRM0512T) hat da Werte von -3...+3db !
Komische finde ich an der Sache auch das iher schon -11db da sind obwohl wir noch im ganz unteren Bereich des Frequenzbereiches sind, den je höher wir in der Frequenz kommen, desto höher sollten die Verluste eigentlich erst werden (oder soll ich sagen die "negative Verstärkung" ?).
Kommen wir aber mal zu ihrem Problem:
Tele5 + Pro7,Sat1,RTL sind gestört => das sind Programme von 2 unterschiedlichen Bändern (Tele5 = vertikal Highband / Rest = horizontal Highband), schliesen wir da mal einen LNB-Defekt aus. Die anderen Programme gehen ja auch. Weiterhin würde ich auch das DECT-Problem ausschliesen, das würde nur Tele5 und z.B. Sport1 betreffen (Sport1 sollte bei ihnen aber trotzdem akt. auch mit betroffen sein, den Probleme solcher Art treten eigentich nur immer auf dem kompletten TP auf). Aus Erfahrung sag ich mal das auch genau diese Sender die bei ihnen Probleme machen die Sender sind die bei "schlechtem Empfang" zuerst auffallend werden, daher gehe ich jetzt mal von Pegelproblemen aus (woher auch immer kommend... Antennenausrichtung, LNB-Defekt, Kabel, Dose, etc.).
Warum sind dann aber diese Werte im Messprotokoll so total im Rahmen ? Naja, es steht hier nicht einmal mit was für einem Messgerät gemessen wurden. Wenn das kein Profi-Messgerät war dann sind solche Messungen einfach zu vernachlässigen. Nicht umsonst werden richtige Messgeräte die eine Eichung haben (sagen wir mal eher einen "verlässlichen Werte anzeigen") mit über 4000-9000€ gehandelt.
Fazit: ihre Schilderung des Problems klingt ganz klar nach einem Pegelproblem (woher auch immer wie oben geschrieben)
Re: Verständniss eines Messprotokolls
Verfasst: 16. Februar 2012 17:50
von pbuechel
Hallo Herr Uhde,
vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort.
Der Monteur ist heute nochmals bei mir vorstellig geworden und will nächste Woche LNB und Matrix tauschen; allerdings gegen den gleichen Typ.
Nach ihren Ausführungen macht dies ja nun keinen Sinn da in der Matrix ja schon der Pegel um 11db abfällt.
Zu welcher alternativer Matrix könnte ich die Firma denn "überreden" welche einen möglichst kleinen Pegelverlust bietet, evtl. Receiver-gespeist ist (die derzeitige benötigt Netzanschluss) und vieleicht auch noch von Kathrein. (Ich brauche Kathrein nicht aber ich befürchte da Gejammer des Installateurs ...)
Vielen Dank
Re: Verständniss eines Messprotokolls
Verfasst: 16. Februar 2012 17:59
von techno-com
Das liegt nicht am Multischalter, das liegt höchstwahrscheinlich (wenn auch absolut gegen die Werte des vorgelegten "Protokolls") an einer schlecht ausgerichteten Antenne !
Ist das den überhaupt nur an einer Dose oder an mehreren Dosen ? An welcher aus dem Plan haben sie den die Empfangsschwierigkeiten ?
P.S. von Kathrein gibt es einen solchen Schalter wie den verlinkten nicht ! "Receivergespeist" und das qualitativ gut gibt es nur von Jultec.
P.P.S. ist den überhaupt der
Blitzschutz + Potentialausgleich an der Antennenanlage hergestellt ?
Re: Verständniss eines Messprotokolls
Verfasst: 16. Februar 2012 18:20
von pbuechel
Wir haben zwei Humax iCord HD und einen Samsung UE55D8090 als SAT-Empfänger im Haus. Die Störungen treten zeitgleich auf allen Geräten auf.
Die Kabel von Geräten zu Dosen haben wir schonmal getauscht.
bzgl. Blitzschutz: Da es sich um eine Elektrofirma handelt, sollte das eigentlich passen. Ich kann nur sagen dass vom Mast und der Matrix jeweils ein gelb-grünes Kabel abgehen.
Ciao
Re: Verständniss eines Messprotokolls
Verfasst: 16. Februar 2012 18:24
von pbuechel
techno-com hat geschrieben:Das liegt nicht am Multischalter, das liegt höchstwahrscheinlich (wenn auch absolut gegen die Werte des vorgelegten "Protokolls") an einer schlecht ausgerichteten Antenne !
Nachtrag:
Auf den Multischalter kam ich weil ich hier den größten Verlust sehe.
Re: Verständniss eines Messprotokolls
Verfasst: 17. Februar 2012 07:37
von pbuechel
Hallo Herr Uhde,
es gibt neue Erkentnisse. Für einen Test habe ich mal alle unsere DECT-Geräte abgeschaltet und siehe da, Tele5 war einwandfrei zu empfangen.
Pro7 zuckte zwar noch ein wenig aber ich schliesse daraus dass sich hier evtl zwei Probleme überlagern.
Nachdem ich hier ein wenig zu dem DECT-Problem gelesen habe habe ich mal ein paar Verbindungen konrtolliert und bin in den Endgerätedosen fündig geworden. Ich hab mal ein Bild attached.
Diese hab ich gestern noch dem Installateur gemailt und dieser meinte dass dies nichts mit dem DECT-Problem zu tun haben könnte da ja der Schirm des SAT-Kabels auf der Matrix angeschlossen sei. Meinen Hinweis dass der Schirm des Kabels von Endgerät zur Dose dann aber wirkungslos sei, tat er mit Hinweis auf Geringfügigkeit ab.
Was halten Sie denn davon ?
Danke und Ciao
Foto 11.jpg
Re: Verständniss eines Messprotokolls
Verfasst: 17. Februar 2012 08:50
von techno-com
pbuechel hat geschrieben:bzgl. Blitzschutz: Da es sich um eine Elektrofirma handelt, sollte das eigentlich passen. Ich kann nur sagen dass vom Mast und der Matrix jeweils ein gelb-grünes Kabel abgehen.
Das hat absolut nichts zu sagen ! Aber bitte einfach mal diesen Link hier durchlesen, dann können sie sofort ersehen ob das richtig gemacht ist.
Umrüstung Satanlage von analog auf digital-was wird benötigt
Natürlich auch schauen ob der Potentialausgleich gemacht ist, das gehört dazu. Da sie aber sagen das dort nur ein gelb-grünes Kabel ist und keine Poti-Schiene bzw. ein Erdungsblock scheint das ganz zu fehlen. Und das gleich vorab: wenn er ein gelb-grünes Kabel an den Multischalter angeschlossen hat und damit den Potentialausgleich durchführen möchte dann dazu gleich folgendes, die DIN sagt aus ".... der Potentialausgleich muss auch nach Ausbau der Verteilkomponente erhalten bleiben..." und das hat zu bedeuten das JEDES KABEL einzeln dem PA unterzogen werden MUSS !
pbuechel hat geschrieben:Nachtrag:
Auf den Multischalter kam ich weil ich hier den größten Verlust sehe.
Das wäre nicht so schlimm wenn die Pegel echt so sind wie sie auf dem Protokoll dargestellt sind. Sie müssen keinen riesen Pegel haben, er muss nur im entsprechenden Bereich sein.
pbuechel hat geschrieben:es gibt neue Erkentnisse. Für einen Test habe ich mal alle unsere DECT-Geräte abgeschaltet und siehe da, Tele5 war einwandfrei zu empfangen.
Pro7 zuckte zwar noch ein wenig aber ich schliesse daraus dass sich hier evtl zwei Probleme überlagern.
Nachdem ich hier ein wenig zu dem DECT-Problem gelesen habe habe ich mal ein paar Verbindungen konrtolliert und bin in den Endgerätedosen fündig geworden. Ich hab mal ein Bild attached.
Naja, auf ihren Dosen ist der Schirm ja gar nicht aufgelegt ! Wo kein Schirm angeschlossen kann auch keine Abschirmung stattfinden. Hier ist dann natürlich eine riesen Angriffsfläche für das DECT-Problem, also eine Einstrahlung vom Funktelefon in das Kabel was stört.
So sollten die Kabel aussehen an der Dose:
AntennendoseSAT-Kabel_angeschlossen.jpg
pbuechel hat geschrieben:Diese hab ich gestern noch dem Installateur gemailt und dieser meinte dass dies nichts mit dem DECT-Problem zu tun haben könnte da ja der Schirm des SAT-Kabels auf der Matrix angeschlossen sei. Meinen Hinweis dass der Schirm des Kabels von Endgerät zur Dose dann aber wirkungslos sei, tat er mit Hinweis auf Geringfügigkeit ab.
Weiter ? Läuft aus einem Wasserschlauch kein Wasser raus nur weil der an einem Ende am Wasserhahn angeschlossen ist ?
Um eine Abschirmung zu bekommen muss der Kreislauf GESCHLOSSEN sein. Es darf KEIN Angriffspunkt für Einstrahlungen da sein.
Und nicht nur das... über das Koaxkabel muss ja auch eine Steuerspannung fliesen für die Vertikal-/Horizontal-Umschaltung - wie soll dieser Strom den fliesen wenn der Stromkreislauf (bestehend aus Innen- und Außenleiter) nicht geschlossen ist ?
pbuechel hat geschrieben:Was halten Sie denn davon ?
Dazu muss ich nichts sagen, das wissen sie jetzt selbst !
Re: Verständniss eines Messprotokolls
Verfasst: 17. Februar 2012 09:22
von pbuechel
Habe mir diesen Link mal angeschaut und kann jetzt folgendes sagen:
- Es ist kein Blitzschutz realisiert
- Vom Mast geht ein massives Kabel in den Keller auf den Erdungsblock
- Vom Multischalter geht ein massives Kabel auf den Erdungsblock
- die Coax-Kabel vom/zum Multischalter sind nicht über einen Potentialausgleich geführt. Daher wahrscheinlich der P-Ausgleich des Multischalters (ja ich habe gelesen das der P-Ausgleich auchnach Ausbau des Multischalter erhalten bleiben muss; was dann hier nicht der Fall ist)
Aber jetzt soll erstmal der Installateuer anrücken und die Dosen korrekt verkabeln.
Ich bedanke mich recht herzlich für die Hilfe und melde mich mit dem Ergebnis der Arbeiten mal zurück.
Ciao
Re: Verständniss eines Messprotokolls
Verfasst: 17. Februar 2012 10:48
von techno-com
pbuechel hat geschrieben:- Es ist kein Blitzschutz realisiert
- Vom Mast geht ein massives Kabel in den Keller auf den Erdungsblock
Das ist der "Blitzschutz" ! Das stimmt also schon mal.
pbuechel hat geschrieben:- Vom Multischalter geht ein massives Kabel auf den Erdungsblock
Was meinen sie mit "Erdungsblock" ?
Meinen sie damit die HES (Haupterdungsschiene) im Keller ?
Dann ist sogar dieses Kabel falsch angeschlossen da der Potentialausgleich OBEN am Antennenmast angeschlossen werden muss, steht auch so in der verlinkten Anleitung extra groß und genau umschrieben erklärt (sonst kann es zu einer "Schleifenbildung" kommen). Dafür wird aber das dafür notwendige mind. 4mm² Kabel fehlen ! Aber auch wenn etwas fehlt unbindet das einem nicht von der DIN-konformen Ausführung !
Weiterhin müssen die 4 Kabel vom LNB kommend zum Multischalter hin auch oben direkt nach der Antenne/dem LNB über einen Erdungsblock geführt werden um "Überschläge" zu kompensieren/vermeiden.
pbuechel hat geschrieben:- die Coax-Kabel vom/zum Multischalter sind nicht über einen Potentialausgleich geführt. Daher wahrscheinlich der P-Ausgleich des Multischalters (ja ich habe gelesen das der P-Ausgleich auchnach Ausbau des Multischalter erhalten bleiben muss; was dann hier nicht der Fall ist)
Pure Faulheit ! Jedes Kabel muss einzeln dem PA unterzogen werden + der Multischalter muss dazu noch EXTRA daran angeschlossen werden (so wie er es jetzt ist).
pbuechel hat geschrieben:Aber jetzt soll erstmal der Installateuer anrücken und die Dosen korrekt verkabeln.
Das wird, wenn das überall an den Dosen so aussieht, schon div. Probleme beseitigen denke ich.
pbuechel hat geschrieben:Ich bedanke mich recht herzlich für die Hilfe und melde mich mit dem Ergebnis der Arbeiten mal zurück.
Bin ich mal gespannt ! "Ausreden" gibt es keine für die Versäumnisse, hatte ja auch mit dem vertauschten Kabel HL+VL schon nicht so gut angefangen bei der Anlage.
Re: Verständniss eines Messprotokolls
Verfasst: 18. Februar 2012 14:53
von pbuechel
So, um auch über die Faschingstage ein bischen weiter zu kommen, habe ich mal folgendes gemacht:
ich habe mal alle SAT-Kabel vom Multischalter abgezogen bis auf zwei (und natürlich die vom LNB). Diese zwei gehen ins Wohnzimmer, dort hängt dann ein iCord HD dran.
An diesen zwei Dosen habe ich der Verkabelung korrigiert sodass der Schirm nun aufgelegt ist.
Allerdings hat sich am DECT-Problem NICHTS geändert.
Jetzt muss ich ja annehmen dass die falsch verkabelten Dosen nichts damit zu tun haben. Wo kann ich noch suchen?
Danke und Ciao
Re: Verständniss eines Messprotokolls
Verfasst: 21. Februar 2012 10:35
von techno-com
Das mit dem DECT, also die unschöne Einstrahlung, kann schon z.B. obem am Multsichalter-Eingang bzw. -Ausgang entstehen. Wenn dort ein Stecker nicht richtig angebracht ist kann das auch der Grund sein.
Auch ein Kabel nach der Dose kann schlecht bzw. falsch montiert sein (Stecker falsch aufgesetzt z.B.).
Und bitte definieren sie ihr jetziges Problem das noch besteht mal genauer ! Gehen die anderen Programme (Pro7,Sat1,RTL) jetzt mit der richitg angeschlossenen Dose wieder ?
Re: Verständniss eines Messprotokolls
Verfasst: 21. Februar 2012 10:56
von pbuechel
Ich habe gestern Abend sinnierend in der warmen Badewanne gelegen und mir überlegt was wir noch nicht geprüft / getauscht haben.
Und dann fiel's mir ein: Die Patchkabel, die Kabel von der Dose zum Receiver.
Ich hatte mir vor dem Einzug noch gedacht, schmeiß die alten vergilbten Kabel weg, wir bekommen eine nagelneue Anlage und habe mir sau-teure, vierfach abgeschirmte, mit vergoldeten Winkelsteckern versehene Kabel gekauft. Das war wohl nichts. Die teuren Kabel entfernt, ein billiges Baumarkt-Kabel, welches ich noch rumliegen hatte, dran gemacht und .... alle in Ordnung.
Ich habe nun jedes dieser tollen,neuen Kabel ausgetestet; alle produzieren sie diese Störungen bzw. schirmen die DECT-Strahlung nicht ab.
Der Verkäufer nimmt sie Gottseidank zurück (fünf Kabel für ca. 200 EUR).
However, wieder was gelernt.
Ich möchte mich für die Hilfe hier im Forum sehr bedanken.
Re: Verständniss eines Messprotokolls
Verfasst: 21. Februar 2012 11:38
von techno-com
Das sind ganz normale "F-Anschlusskabel" und keine "Patchkabel",
Patchkabel sind diese ganz kurzen zum z.B. erstellen eines Potentialausgleiches.
Das aber ein solches Kabel defekt ist und auch das es mehrere sind die defekt sind lässt einfach nur den Schluss zu das es hier eine Fertigungsfehler gab, anders ist das nicht zu erklären.
P.S. bei einem F-Stecker braucht man nicht auf "vergoldete" Stecker schauen... absolut unnötig ! Vielmehr kann man sich das beste Kabel selbst ganz einfach herstellen, dafür benötigt man einfach ein
gutes Kabel (Vollkupfer-Kabel) + 2
F-Kompressionsstecker + das entsprechende
Montagewerkzeug (F-Kompressionszange).