Erdung Sat-Anlage am alten Funkmast

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Xeven
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Erdung Sat-Anlage am alten Funkmast

Ungelesener Beitragvon Xeven » 9. November 2015 07:00

Hallo zusammen,

mein Nachbar hat seine Sat-Anlage an einem alten Funkmast installiert (Höhe ca. 6 m, 3 m von unserer Hauswand entfernt, rechte Grundstücksseite). Ich wollte nicht einen zweiten unansehnlichen Platz schaffen und meine daher auch daran befestigen. Leider wird mir beim Lesen der Beiträge zu "Garten-Sat-Anlagen" immer klarer, dass dies keine gute Idee war.

Erstmal eine paar weitere Informationen: Der Mast ist mit Leitplanken (die etwa 2,5 m in den Boden gerammt wurden) im Boden verankert. Nach einem weiteren Fundament habe ich nicht gesucht, der "Erbauer" hat aber alles immer "mehr als fest" befestigt.
Mein Elektriker hat vier Koax-Erdkabel (zusammen mit einer 7x1,5 Nym- und einem 4x2x0,8-Fernmeldeleitung, für Erweiterung meines Bussystems) nach draußen verlegt (die Sat-Anlage sollte nachgerüstet werden), die Kabel für den Potentialausgleich wohl aber "vergessen".

Der Mast ist augenscheinlich nicht geerdet. Ich habe gelesen, dass ich ihn daher mit der Erdungsschiene am Haus über 1x16mm² verbinden muss (diese befindet sich im HWR bei der Verteilung, rechte Hausseite). Hier ist das erste Problem: Das Kabel fehlt und ließe sich nicht so leicht ins Haus führen, da alle Kabel zusammen aus dem Haus kommen (Antennenkabel s.o., Netzkabel etc.). Ich könnte also auf den "letzten Metern" keinen sinnvollen Abstand (mind. 50 cm) zu diesen Kabeln einhalten.
Auch ein Kabel für den Potentialausgleich fehlt. Der Multischalter soll im HWR bei der Verteilung installiert werden. Am Mast wollte ich ein wasserdichtes Gehäuse mit Erdungswinkel anbringen, da sich die verlegten Erdkabel so nicht am LNB befestigen lassen (Biegeradius, Größe der Seele) - für die Verbindung vom Erdungswinkel zum LNB würde ich Kathrein LCD 115 einsetzen, ist dies sinnvoll?. Von diesem Gehäuse ginge es dann über die Erdkabel in die Verteilung auf einen weiteren Erdungswinkel und dann auf den Multischalter (gleicher Grund wie oben) - diesen wollte ich in einem Netzwerkschrank unterbringen. Auch dies ist, wie ich gelesen habe, gar nicht so ohne Weiteres möglich. Ich müsste den Boden vom Gehäuse isolieren?

Reicht es für den mastnahen Potentialausgleich, wenn ich das 16mm² mit einem 4 mm² am mastnahen Erdungswinkel verbinde? Oder müsste ich ein weiteres 1 x 4mm² zum Mast ziehen?

Ein Umbau der Sat-Anlage in den blitzgeschützten Bereich ist nicht einfach möglich. Die Anlage müsste dann an der linken Hausseite befestigt werden und die Sicht wäre dann immer noch eingeschränkt (Nachbarhaus).

Welche Möglichkeiten habe ich jetzt noch, eine sichere Anlage zu installieren?
Zum Schutz meiner Verteilung (viele Module, da Bussystem) sollte noch ein Kombiableiter (DEHNshield) installiert werden. Kann ich hier einen Schutz für die Sat-Anlage einplanen?

Vielen Dank für eure Hilfe!

Grüße

Xeven



Dipol
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Re: Erdung Sat-Anlage am alten Funkmast

Ungelesener Beitragvon Dipol » 9. November 2015 12:58

Xeven hat geschrieben:Der Mast ist augenscheinlich nicht geerdet. Ich habe gelesen, dass ich ihn daher mit der Erdungsschiene am Haus über 1x16mm² verbinden muss (diese befindet sich im HWR bei der Verteilung, rechte Hausseite).

Nach einer abgelösten nationalen VDE-Norm mussten die Antennenträger von Freilandantennen noch geerdet und mit dem Schutzpotenzialausgleich des Gebäudes blitzstromtragfähig verbunden werden. Das ist bei Haushaltsantennen aber nicht mehr zwingend gefordert.

Weder die europäisch harmonisierten Vorgängernormen der Reihe EN 50083-1 noch die aktuell für die Sicherheit von Haushaltantennen maßgebliche international harmonisierte DIN EN 60728-11 (VDE 0855-1):2011-06 gehen auf exotische Gartenantennen ein. Gleichwohl war die Bestimmung der Altnorm m. E. sinnvoll.

Xeven hat geschrieben: Hier ist das erste Problem: Das Kabel fehlt und ließe sich nicht so leicht ins Haus führen, da alle Kabel zusammen aus dem Haus kommen (Antennenkabel s.o., Netzkabel etc.). Ich könnte also auf den "letzten Metern" keinen sinnvollen Abstand (mind. 50 cm) zu diesen Kabeln einhalten.

Gegen Blitzschutzanlagen und Antennenerdungen sind äquivalente Trennungsabstände und eine späte Zusammenführung an der Erdungsanlage bzw. der HES sinnvoll, bei Gartenantennen ist das aber praktisch nicht möglich und bringt auch nix. Die Einführung aller Energie- und Versorgungsleitungen an einer Stelle (Single-Entry-Point) ist positiv.

Als Mindestschutz sind die Schirme aller aus Blitzschutzzone LPZ 1 in Gebäude ein- oder ausgeführten Kabel ohnehin möglichst nahe dem Gebäudeeintritt in den geerdeten Schutzpotenzialausgleich einzubeziehen. Bei Gartenantennen ist - auch ohne Kombination mit einer Funksende-/empfangsantenne eine Anlehnung an das Schutzkonzept der für Haushaltsantennen nicht zuständigen DIN VDE 0855-300 mit möglichst enger Vermaschung die beste Lösung.

Wenn keine Personengefährdung vorliegt, darf man bei Gartenantennen den LNB und die Erdkabel einem Blitzschlag und induktiven Blitzstromeintragungen aus Einschlägen in die Nachbarschaft opfern. Ein LNB ist schnell gewechselt, die Erneuerung gebratener Erdkabel schon aufwändiger. Nach nationaler DIN VDE 0855-300 muss die Funksende-/empfangsantenne bereits mit 50 mm² Blitzableiterdraht geerdet und mit dem Schutzpotenzialausgleich des Nachbargebäudes blitzstromtragfähig verbunden sein. Nach dieser Norm sind als PA-Leiter Mindestquerschnitte von 10 mm² Cu oder 25 mm² Alu gefordert.

Amateurfunker/Funkamateure haben zwar mehrheitlich weder die DIN VDE 0855-300 noch sonst je eine Norm gelesen, halten sich aber auch ohne norm- und blitzschutztechnisches Basiswissen typischerweise für die besseren Blitzschutzexperten und posten in ihren Foren überwiegend normfernes Hörensagen.

Xeven hat geschrieben:Der Multischalter soll im HWR bei der Verteilung installiert werden. Am Mast wollte ich ein wasserdichtes Gehäuse mit Erdungswinkel anbringen, da sich die verlegten Erdkabel so nicht am LNB befestigen lassen (Biegeradius, Größe der Seele) - für die Verbindung vom Erdungswinkel zum LNB würde ich Kathrein LCD 115 einsetzen, ist dies sinnvoll?. Von diesem Gehäuse ginge es dann über die Erdkabel in die Verteilung auf einen weiteren Erdungswinkel und dann auf den Multischalter (gleicher Grund wie oben) - diesen wollte ich in einem Netzwerkschrank unterbringen. Auch dies ist, wie ich gelesen habe, gar nicht so ohne Weiteres möglich. Ich müsste den Boden vom Gehäuse isolieren?

Der PA konventionell geerdeter Dachantennen soll zur Vermeidung induktiver Blitzstromeintragungen ausschließlich "schleifenfrei" am geerdeten Antennenträger angeschlossen werden. Diese Forderung ist auf Freilandantennen nicht übertragbar und - wenn gemäß DIN 18015 ein zentraler Kommunikationsverteiler installiert wird - auch bei Dachantennen nicht möglich, da Schirme von Telefon-Festnetz und BK-Anschluss direkt an der HES anzuschließen sind

Xeven hat geschrieben:Reicht es für den mastnahen Potentialausgleich, wenn ich das 16mm² mit einem 4 mm² am mastnahen Erdungswinkel verbinde? Oder müsste ich ein weiteres 1 x 4mm² zum Mast ziehen?

4 mm² Cu ist zwar nicht blitzstromtragfähig aber besser als nix.

OPTIMALLÖSUNG:
  1. Möglichst abstandslos zu den Erdkabeln wird ein V4A Bandeisen oder Ringerderdraht erdfühlig verlegt und am Mast und beiden Haupterdungsschienen blitzstromtragfähig angeschlossen
  2. Die RG 6 Erdkabel werden an der Schnittstelle LPZ 0A/LPZ 1 auf einen Erdwinkel gelegt und der mit möglichst verstärkter Klemmschraube und 10 bis 16 mm² an der HES geerdet
  3. Nach dem Kabeleintritt Installation von SPD 1 Blitzstromableitern (Stoßstrom 10/350 µs) wie z. B. KATHREIN KAZ 12
  4. Unmittelbar vor dem Multischalter SPD 2 Überspannungsableiter /Stoßstrom 8/20 µs) wie z. B. KATHREIN KAZ 11
  5. Alle Multischalter-Sternleitung über Erdwinkel zum PA-Erhalt bei Komponentenausbau sowie das MS-Gehäuse in den PA einbeziehen
  6. Montageschrank/Kommunikationsverteiler mit min. 6 mm² Cu in den PA einbeziehen
  7. Zum Schutz des LNB und zur Entlastung der Kabel ein antennennaher Erdblock/Erdwinkel
ALTERNATIVLÖSUNG:
  1. Als Erdkabel werden vier RG 11 Leitungen mit dichtem Geflecht und Kabelgarnituren (keine Aufdrehstecker!) und abstandslos daneben ein nicht erdfühliger Entlastungsleiter aus min. 16 mm² Cu verlegt.
  2. Die Erdkabel werden an der Schnittstelle LPZ 0A/LPZ 1 auf einen Erdwinkel gelegt und über dessen möglichst verstärkte Klemmschraube der Kupferdraht ungeschnitten zur HES geführt wird
  3. Nach dem Kabeleintritt Installation von SPD 1 Blitzstromableitern (Stoßstrom 10/350 µs) wie z. B. KATHREIN KAZ 12
  4. Unmittelbar vor dem Multischalter SPD 2 Überspannungsableiter /Stoßstrom 8/20 µs) wie z. B. KATHREIN KAZ 11 setzen
  5. Alle Multischalter-Sternleitung über Erdwinkel zum PA-Erhalt bei Komponentenausbau sowie das MS-Gehäuse in den PA einbeziehen
  6. Montageschrank/Kommunikationsverteiler mit min. 6 mm² Cu in den PA einbeziehen
  7. Zum Schutz des LNB und zur Entlastung der Kabel ein antennenaher Erdblock/Erdwinkel
HINWEISE:
  • Erdung und PA sind integraler Bestandteil der Erdungsanlage und Installationen an dieser sind lt. NAV § 13 Elektrofachkräften vorbehalten, die bei einem VNB konzessioniert sind.
  • Blitzstrombelastete Erdungsleiter und Verbinder müssen einschließlich der Haupterdungsschienen nach Prüfnorm Klasse H = 100 kA zertifiziert sein
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Xeven
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Re: Erdung Sat-Anlage am alten Funkmast

Ungelesener Beitragvon Xeven » 9. November 2015 15:12

Hallo Dipol,

vielen Dank für die ausführliche und fundierte Rückmeldung.

Ich kann also die SAT-Anlage "retten" ohne das Haus einreißen zu müssen. Zu meiner Sicherheit noch einmal der Aufbau:

1.) Aus der Verteilung (von der HES) ein 1 x 16mm² zum Mast (das Kabel in einem Kabelrohr mit den Antennenkabeln verlegen) - muss / soll ich das 1 x 16mm² im Garten irgendwo "auflegen"? Muss ich das 7 x 1,5 Nym und die Fernmeldeleitung separat führen?
Dann:
2.) Kathrein EMK F-56 Kompressionsstecker beim LNB auf LCD 115
3.) Mit dem Kabel LCD 115 dann auf Erdungswinkel (in Schutzgehäuse, zusätzliche Abdichtung mit Silikon) in Antennennähe, EMK19-Stecker zur Verbindung des RG11 mit den Erdungswinkeln
4.) Mit RG 11 weiter in den HWR, dort RG11 wieder auf Erdungswinkel neben der HES. 1x16mm² am Winkel abisolieren und Cu-Draht weiter (ungeschnitten) auf HES auflegen.
5.) Nach dem Winkel vier KATHREIN KAZ 12, über 1 x 6mm² mit HES verbinden.
6.) Multischalter im Netzwerkschrank über Kathrein KAZ 11 (vorher), auch über 1 x 6 mm² an HES (hier reicht doch dann eine Verbindung vom Netzwerkschrank?).

Ist das so in Ordnung?

Das wird ja gar nicht so billig (Größenordnung 500 €):

mind. 30 EMK F-56
8 EMK19
mind. 25 m LCD 115
mind. 30 m 1 x 16 mm²
4 KAZ 11 und KAZ 12
etwa 10 m 1 x 6 mm²

Ist dieser Schutz bei einem Versicherungsfall unproblematisch?

Viele Grüße

Xeven

Dipol
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Re: Erdung Sat-Anlage am alten Funkmast

Ungelesener Beitragvon Dipol » 9. November 2015 19:31

Xeven hat geschrieben:1.) Aus der Verteilung (von der HES) ein 1 x 16mm² zum Mast (das Kabel in einem Kabelrohr mit den Antennenkabeln verlegen) - muss / soll ich das 1 x 16mm² im Garten irgendwo "auflegen"? Muss ich das 7 x 1,5 Nym und die Fernmeldeleitung separat führen?

Bezüglich Erdungsleiter und Antennenleitungen war die Frage schon beantwortet, die sollten möglichst eng (also auch hier schleifenfrei) verlegt werden. Wenn auch noch Starkstrom- und Fernmeldekabel parallel verlaufen, sollte man die ebenfalls nach dem Gebäudeeintritt mit ÜSG schützen.

Xeven hat geschrieben:Ist das so in Ordnung?

Da auch an der Antenne ein PA ausgeführt und ein 16 mm² Cu-Erdungsleiter parallel zu den RG 11-Leitungen geführt wird, bleibt der PA der Antennenleitungen auch erhalten, wenn sie vom Erdwinkel im Haus gelöst werden. In diesem Fall können die KAZ 12 auch vor dem Erdwinkel aufgesetzt werden. Damit stimmt die Flussrichtung, ansonsten wäre noch ein weiterer Erdblock und vier Patchkabel erforderlich.

Xeven hat geschrieben:Ist dieser Schutz bei einem Versicherungsfall unproblematisch?

Versicherungen sind personell nicht imstande alle Schäden vor Ort zu besichtigen. Blitz- und Überspannungsschäden werden daher zumeist nur mit den von SIEMENS-Blids/EUCLID registrierten Blitzen auf Plausibilität geprüft und unbesehen reguliert. Da gehen auch Schäden an normwidrig erstellten Anlagen durch.

Bei gefühlt nur 5 % normkonform geschützten Antennen sind Gutachter mehr von korrekten Ausführungen überrascht als umgekehrt und werden bei normkonformen Ausführungen auch nicht nachfragen wer montiert hat. Bei dieser Ausführung sind immer noch Überspannungsschäden über ungesicherte Energie- und Telefonleitungen möglich und wenn die beiden Hauserdungen nicht miteinander blitzstromtragfähig verbunden sind, ergibt auch das ein Restrisko.

Xeven
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Re: Erdung Sat-Anlage am alten Funkmast

Ungelesener Beitragvon Xeven » 10. November 2015 10:55

Hallo nochmal,

danke für die schnelle Rückmeldung.
Ich habe mich noch einmal mit den örtlichen Gegebenheiten auseinandergesetzt - die Kabel liegen unter einem gepflasterten Weg, auf den letzten drei Metern gibt es einen 90°-Winkel zum Mast. Es wäre sicher aufwändig das 1x16mm² um den Winkel zu bekommen, die vorherigen Meter werden schon schwierig im Rohr. Ggf. lege ich das Kabel daher nicht am Mast auf und lasse die letzten Meter "unberührt". Günstig ist dies sicher nicht, aber den Weg aufnehmen und neu verlegen, verdichten etc. wäre schon Aufwand und es ist nicht sichergestellt, dass sich der Weg dann dort einmal absenkt. Wenn der Schutz mit diesen letzten Metern nicht steht und fällt, dann würde ich gerne darauf verzichten?

Du schreibst ja, dass die Schirme der Kabel nahe dem Gebäudeintritt in den Schutzpotentialausgleich einzubeziehen sind. Würde es daher als Mindestschutz ausreichen, wenn man das 1x16mm² neben den Kabeln aus dem Haus herausführt und dort liegen lässt?

Dann muss der KAZ 12 wieder hinter den Erdungswinkel.

Viele Grüße

Xeven

Dipol
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Re: Erdung Sat-Anlage am alten Funkmast

Ungelesener Beitragvon Dipol » 10. November 2015 18:26

Xeven hat geschrieben:Es wäre sicher aufwändig das 1x16mm² um den Winkel zu bekommen, die vorherigen Meter werden schon schwierig im Rohr. Ggf. lege ich das Kabel daher nicht am Mast auf und lasse die letzten Meter "unberührt".

Ein 16 mm² Cu, der neben den Antennenleitungen im Rohr liegt und nur einseitig in den PA eingebunden ist, kann die Leitungsschirme bei Blitzstromeintragungen nicht entlasten.

Lediglich wenn gemäß Anhang B der DIN EN 60728-11 "Anwendung von Erdseilen zum Schutz von Anlagen mit Koaxkabeln" die Leitungen in 1 m Tiefe und der Erdungsdraht in 0,5 m Tiefe darüber als Fangleitung verlegt wäre, ergäbe sich ein bescheidener Schutzeffekt als Fangleitung gegen Direkteinschläge. Die Alibi-Maßnahme kann man sich schenken, da sollte man über einen eigenen Antennenstandort mit galvanischer Trennung zum Funkmast des Nachbarn nachdenken.

Xeven hat geschrieben:Dann muss der KAZ 12 wieder hinter den Erdungswinkel.

Nur so entspricht es 100%tig der Norm.

Wenn der PA in einem abgeschlossenen Gehäuse nur für fachkundiges Personal zugänglich und durch einen Warnhinweis gesichert wäre, dass zu Prüf- und Service-Zwecken nur eines der vier RG 11-Kabel abgenommen werden darf und zum LNB ein Mindest-Schirmquerschnitt von 4 mm² Cu-Geflecht erhalten bleiben muss, wäre es m. E. gerade noch vertretbar die KAZ 12 vor dem Erdwinkel zu montieren.


 


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