Analogabschaltung: Tipps für den Last-Minute-Umstieg

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Analogabschaltung: Tipps für den Last-Minute-Umstieg

Ungelesener Beitragvon techno-com » 29. April 2012 12:04

Analogabschaltung: Tipps für den Last-Minute-Umstieg

Die magische 100 Tage Frist ist schon lange vorbei. Nur noch einige Stunden bleiben bisherigen Digitalverweigerern, um ihre Empfangsanlage auf den komfortableren Digitalempfang umzurüsten. Wir zeigen Ihnen, wie sie vorgehen müssen um noch rechtzeitig vor der Abschaltung am 30. April die Empfangsanlage zukunftstrauglich zu gestalten.
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Wenn dieser Schriftzug beim Aufruf der Videotextseite 198 erscheint, empfangen Sie bereits digitales Fernsehen
Bild: Auerbach Verlag


Seit Januar blenden die analog ausgestrahlten TV-Sender nervige Laufbalken in Ihrem Programm ein, um den letzten Analogzuschauern noch einmal zu verdeutlichen, dass der TV-Genuss über diesen Empfangsweg bald ein Ende hat. Doch längst nicht jeder TV-Zuschauer weiß, wie er jetzt noch reagieren kann. Wie zeigen Ihnen, wie Sie in zehn Schritten noch schnell einen pünktlichen Last-Minute-Umstieg schaffen.

1. Empfangsweg prüfen

Im ersten Schritt müssen Sie prüfen, über welches Empfangsverfahren Sie ihre TV-Signale heranholen. Aktuell sind dabei sechs Verfahren möglich. Wenn Sie keine Satellitenantenne am Haus installiert haben und zudem über kein Beistellgerät (Receiver) verfügen, empfangen Sie ihre TV-Signale mit großer Wahrscheinlichkeit über ein analoges Kabelsignal, auch der Empfang via digitalem Kabel bzw. über den terrestrischen Verbreitungsweg DVB-T ist in diesem Falle möglich, da die meisten TV-Geräte die erforderlichen Digitaltuner für die beiden zuletzt genannten Empfangswege bereits installiert haben.

Bei allen drei Verfahren können Sie beruhigt auch nach dem 30. April 2012 TV schauen. Wer hingegen einen Receiver neben dem Fernseher stehen hat, muss nun feststellen, ob dieser analog oder digital ist. Werden Gebühren über die Telefonrechnung fällig (T-Entertain, Vodafone TV oder Alice TV) besteht auch kein Grund zur Sorge, Sie schauen bereits digital und müssen keine Vorkehrungen mehr treffen. Bleiben noch die Satellitenzuschauer übrig, diese müssen nun mit Schritt 2 weitermachen.

2. Analog oder schon digital?

Das einfachste Verfahren, um herauszufinden, ob noch analog oder bereits digital geschaut wird, ist der Aufruf der Videotextseite 198 am Fernseher. Diese Seite steht bei den TV-Sendern RTL, Sat 1, ARD und ZDF bereit und zeigt, ob Sie bereits für den Digitalempfang gerüstet sind. Sollte ihr Fernseher über keinen Videotextdecoder verfügen, rufen Sie doch einfach den Teletext über den Receiver auf. Dies ist nicht möglich? Mit großer Sicherheit haben Sie in diesem Falle ein analoges Empfangsgerät, da alle gängigen Digitalreceiver über einen eigenen Teletextdecoder verfügen. Wer noch analog schaut, muss mit Schritt drei vorsetzen.
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LNBs sind im Handel bereits für knapp zehn Euro erhältlich
Bild: Auerbach Verlag


3. Initiative ergreifen

Bei vielen Anlagen kann der Nutzer leider nicht selbst Hand anlegen, um das System von analog nach digital umzurüsten. Mehrteilnehmeranlagen sind in der Regel im Besitz des Vermieters. Sprechen Sie also ihren Vermieter an, ob dieser bereits digitale Signale einspeist.

4. Prüfung der Außenanlage

Nachdem feststeht, dass noch auf analogen Wege die Satellitensignale empfangen werden, müssen Sie prüfen, inwieweit auch die Empfangsanlage getauscht werden muss. Vor allem der LNB, sprich die Empfangseinheit in der Front der Satellitenantenne, sowie eventuell vorhandene Verteiler sind hierbei zu kontrollieren. Moderne Universal-LNBs werden seit Ende der 90er Jahre angeboten. Wer nach diesem Zeitpunkt den LNB aufgrund technischer Schwierigkeiten wechseln musste, kann davon ausgehen, dass die Empfangsanlage bereits digital tauglich ist und alle vier Frequenzbänder des Astra-Satellitensystems empfangen kann.

5. Wechsel des LNBs

In Einfamilienhäusern kommen des Öfteren nur Einzell-Empfangsanlagen vor. In der Regel geht dabei nur ein Kabel von der Antenne zum TV-Platz im Wohnzimmer. Es ist nur schwer erkennbar, ob der LNB bereits alle vier Empfangsebenen verarbeiten kann und somit digital tauglich ist oder ob es sich um ein älteres Modell handelt. Geeignete LNBs tragen die Aufschrift Universal LNB, leider lassen sich jedoch die Bezeichnungen des Low-Noise-Block-Konverters durch Verwitterung oft nur noch schlecht erkennen. Da speziell Single-LNBs kaum Kosten verursachen und für knapp zehn Euro im Handel erhältlich sind, empfiehlt es sich, den Empfangskonverter zu tauschen.

6. Multischalterwechsel

Die meisten im Analogzeitalter eingesetzten Multischalter eignen sich leider nicht mehr für den Digitalempfang. Der Grund ist der selbe wie beim LNB. Da die meisten Digitalprogramme im High-Band zu finden sind, muss dieses auch vom Verteiler weitergegeben werden. Multischalter, die mehr als 15 Jahre auf dem Buckel haben, können allerdings nur die beiden unteren Empfangsebenen verteilen, das Highband bleibt außen vor. Das Verteilsystem muss somit gewechselt werden.

7. Neue Verkabelung

Oftmals herrscht bei bisherigen Digitalverweigeren die Meinung vor, dass neben dem LNB und dem Receiver auch die Verkabelung getauscht werden muss. Dies ist in den meisten Fällen allerdings gar nicht nötig, denn bisher verwendete Kabel können bestehen bleiben. Einzig wer auf ein Verteilsystem setzt, muss zwei neue Zuleitungen zwischen LNB und Multischalter verlegen. Da das Schaltsystem sich allerdings in der Regel nicht im Wohnraum befindet und oft auch in der Vergangenheit auf kurze Wege zwischen Antenne und Multischalter Wert gelegt wurde, sollte dies kein Problem darstellen.
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Die Wahl eines Digital-Receivers sollte gut überlegt sein. Dabei spielt der persönliche Anspruch an das Gerät eine wichtige Rolle
Bild: Auerbach Verlag


8. Der richtige Empfänger

Bei der Innenanlage muss eine Entscheidung zwischen Digitalreceiver und modernen Flachbildfernseher getroffen werden. Grundsätzlich wird beim Umstieg kein neues TV-Gerät benötigt, denn auch mit alten Röhrenfernsehern lässt sich Digitalfernsehen perfekt darstellen, wenngleich auf die Vorteile von HDTV und dessem schärferen Bild bei diesen älteren TV-Geräten verzichtet werden muss. Die preiswerteste Alternative zur Umrüstung stellt somit die Anschaffung eines neuen Receivers dar. Dieser ersetzt den analogen Receiver und hat in den meisten Fällen den Vorteil, dass er sogar weniger Energie verbraucht als das alte Analoggerät.

9. Receiverwahl

Wer die Qual hat, hat die Wahl. Kaum ein Spruch trifft die derzeitige Situation beim Receiverkauf passender. Viele Receivermodelle sind aktuell im Handel verfügbar, speziell SD-Digitalreceiver erleben derzeit einen zweiten Frühling. Während Händler versuchen, Lager zu räumen, suchen viele Verbraucher eine preiswerte Alternative, um ab 30. April weiterhin fernsehen zu können. Leider zieht an dieser Stelle einmal mehr der Spruch: Wer billig kauft, kauft zweimal. Um auf einem aktuellen technischen Stand zu gelangen, sollte heute unwiderruflich zu einem HDTV-Empfänger gegriffen werden. Für Mehrkosten von oft weniger als 20 Euro erhält man ein arbeitstaugliches Gerät.

Auch das Thema Pay-TV sollte nicht außer Acht gelassen werden. Receiver mit CI-Schnittstelle kosten häufig weniger als 10 Euro mehr als ein FTA-Gerät, 10 Euro die später eine Menge Geld sparen können. Zudem sollten Sie entscheiden wie ihre Fernsehgewohnheiten sind, nehmen sie z.B. viel auf, lohnt sich zudem ein Gerät mit integrierter Festplatte. Herrscht oft Streit in der Familie was geschaut werden soll, empfiehlt sich ein Twin-PVR-Receiver, mit welchem sich Sendungen parallel zum TV-Programm aufnehmen lassen. HDTV-Einstiegsboxen mit Decodiermöglichkeit sind bereits ab 100 Euro erhältlich, Twin-Festplattenrecorder werden ab 350 Euro im Fachhandel je nach Ausstattung angeboten.

10. Fernseherwahl

Wie bereits beschrieben, ist für den Digitalumstieg in der Regel kein neues TV-Gerät nötig. Ein Digitalreceiver reicht theoretisch aus, um auch nach dem 30. April auch TV-Signale via Satellit sehen zu können. Wer allerdings die Anschaffung eines modernen Flachbildschirm schon länger plant, kann direkt auf ein Gerät mit integriertem Digitaltuner setzen. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass ein DVB-S- oder besser noch ein DVB-S2-Tuner verbaut ist. Nur dieser gewählteistet die Empfangbarkeit von digitalen Satellitensignalen. TV-Geräte mit integriertem DVB-S-Tuner sind ab rund 500 Euro bei einer Größe von 32 Zoll erhältlich.


Quelle: http://www.digitalfernsehen.de vom 28.04.2012, 17:33 Uhr, Ricardo Petzold/rh


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