Was ist der Unterschied von QAM-/COF- zu PAL-Aufbereitung ?

Haben sie Fragen zu Kopfstationen / Kanalaufbereitung für DVB-S2 HDTV (Satellit) / DVB-T (Terrestisch) oder benötigen sie Hilfe beim Aufbau ?
PAL/QAM/COFDM Aufbereitung einzelner Programme oder ganzer Transponder in DVB-S2, DVB-C und auch in DVB-T.
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Was ist der Unterschied von QAM-/COF- zu PAL-Aufbereitung ?

Ungelesener Beitragvon techno-com » 12. April 2013 13:10

Was ist der Unterschied von QAM-/COF- zu PAL-Aufbereitung ?

Es gibt etliche verschiedene Varianten eine Kanalaufbereitung/-umsetzung bei einer Kanalaufbereitungsanlage (Kopfstation/Kopfstelle). Von daher werde ich mal in einfachen Worten (ich verspreche das wirklich zu "versuchen" !) erklären wo die Unterschiede sind und für wen welcher Einsatz Vor-/Nachteile hat. Ausgehen werde ich bei jeder Erklärung, sofern nicht ausdrücklich anders erklärt, immer von einem digitalen SAT-Empfang (DVB-S/S2 / SD oder HDTV wird dabei noch unterschieden).

PAL-Aufbereitung
Bei einer PAL-Aufbereitungsanlage werden einzelne Programme nach Wahl umgesetzt. Diese werden in ein analoges VHF-/UHF-Signal umgewandelt und sind damit an jedem normalen TV-Gerät (Receiver, etc.) zu empfangen.
Bei vielen PAL-Kopfstationen werden Twin-Module eingesetzt die es nur zulassen pro Twin-Modul 2 Programme zu wählen die auf dem gleichen Transponder (* - siehe Footnote unten) ausgestrahlt werden. Bei vielen Herstellern/Geräten kann man das aber auch frei wählen bzw. durch spezielle Anordnungen der Module kann dies auch umgangen werden (Beispiel).
Bei einer PAL-Aufbereitung kann man nicht in HDTV-Auflösung umsetzen, ganz einfach weil die Umwandlung in ein analoges Signal durchgeführt wird.
Vorteil: jeder analoge TV/Receiver kann die Programme empfangen
Nachteil: wenig Programme, schlechtere Bildqualität, sehr teuer pro Programm, kein HDTV möglich, schlecht erweiterbar bei Kompakt-Aufbereitungsanlagen
Unterschiede: Ton in Mono oder Stereo, Umsetzung ausgangsseitig "nachbarkanaltauglich" oder nur "übernachbarkanaltauglich" (* - siehe Footnote unten), Fernwarten/Programmierung über LAN-/Netzwerk-Schnittstelle (* - siehe Footnote unten)

QAM-/COF-Aufbereitung
Bei einer QAM-/COF-Aufbereitungsanlage werden ganze Transponder (* - siehe Footnote unten) umgesetzt und das können je nach Transponder dann auch mal bis zu 20 Programme auf einmal sein (z.B. der "Hotel-Angeber-Transponder" Nr. 104 verfügt über akt. 13 Programme, darunter auch DMAX, Tele5 und Sport1 die man ja gerne mal mit einspeist weil man sie auch benötigt/haben möchte. Der Rest auf diesem TP ist dann aber einfach nur dafür da um sagen zu können "wir haben viele Programme zur Verfügung"). Diese werden in ein digitales VHF-/UHF-Signal umgewandelt und sind dann aber nur noch an TV-Geräten (Receivern, etc.) zu empfangen die auch über einen digitalen DVB-C Tuner verfügen.
Es gibt Single-Module (1 TP wird umgesetzt), Twin-Module (2 TP werden über ein Modul umgesetzt) und es gibt mittlerweile sogar Quad-Module (4 TP werden über ein Modul umgesetzt).
Vorteil: viele Programme möglich, mehrere Programme pro Modul, digitale Bildqualität, günstiger pro Programm, HDTV Einspeisung möglich, codierte Programme (sind ja alle nur "digital") werden 1:1 durchgeschleust und können dann per Decoder an der Antennendose decodiert werden, einfachere Erweiterung durch Zukauf von neue Module in die Grundeinheit (Ausnahme wen man eine z.B. eine Kompaktanlage nimmt)
Nachteil: es werden digitale Empfangsgeräte (DVB-C Tuner) benötigt, diese sind ja aber heute meist schon in den Flachmännern mit verbaut
Unterschiede: Umsetzung ausgangsseitig "nachbarkanaltauglich" oder nur "übernachbarkanaltauglich" (* - siehe Footnote unten), Fernwarten/Programmierung über LAN-/Netzwerk-Schnittstelle (* - siehe Footnote unten)

COF-Aufbereitung
DVB-S/S2 oder DVB-C Umsetzung in DVB-T


Unterschiede QAM-/COF-Umsetzung
Schneide ich jetzt kurz mal an, werde ich aber noch ausführlicher beschreiben.
Möglichkeiten der Umsetzung gibt es von den Empfangswegen:
DVB-S/S2 => in DVB-C + DVB-T
DVB-T/T2 => DVB-C + DVB-S/S2 + DVB-T/T2 (letzteres notwendig tlw. für Frequenzumsetzung + Pegelanpassung)

Neu -- jetzt auch DVB-S/S2, DVB-T/T2 oder DVB-C in IPTV (DVB=>IP Netzwerk in MPTS bzw. SPTS)
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CI-Module
Möchte man codierte TV-Sender bereits in der Kopfstation decodieren wird in jedem Modul ein CI-Schacht benötigt (auch als Komplettanlage fertig lieferbar als z.B. Polytron QAM 4 CI-S). In dieses CI-Fach muss dann ein passendes CI-Modul eingelegt werden und darein dann die Karte des Anbieters der empfangen/decodiert werden soll.
Anwendung einer solchen Umsetzung erfolgt sehr viel für ORF Österreich bzw. SF Schweiz da diese Anbieter über Satellit nur verschlüsselt senden und man diese nicht immer per z.B. DVB-T frei empfangen könnten und so mit in die Anlage einspeisen kann).
Vorsicht, hier ist sehr viel zu beachten !
1. es muss ganz klar geprüft bzw. sogar extra beim Pay-TV Anbieter beantragt werden ob dies zugelassen ist. Man darf nicht einfach ein Programm decodieren und dann an mehrere Receiver verteilen bzw. sogar an mehrere Haushalte verteilen
2. die Module verarbeiten je nach Typ nur 1-16 "Programme". Jedes Programm ist ein eigener Stream (und dazu noch unterteilt in Bild + Ton, dieser kann viele Streams umfassen für z.B. jede Sprache die übertragen wird oder auch einen extra für Dolby Digital). Ein "Dual-Encoding Modul" kann z.B. 2 Programme gleichzeitig decodieren, das reicht natürlich nicht aus wenn auf einem empfangenen Transponder/auf einem Modulzweig gewünscht wird 3 oder sogar mehr Programme zu übertragen (vor allem bei allen anderen Umsetzungen als der PAL-Umsetzung die ja eh nur immer 1 Programm umfasst). Hier muss also wirklich ein passendes Modul gewählt werden für die jeweilige Gegebenheit da es natürlich an der Anlage in den angeschlossenen Wohneinheiten vorkommt das jeder ein anderes Programm schaut ..... dann müssen natürlich alle die gerade an einem TV/Receiver gewählt sind auch gleichzeitig umgesetzt/decodiert werden.
3. eine Pay-TV Karte umfasst immer/meist (je nach Vertrag) ein komplettes Programm-Paket des Anbieters. Die Programme sind aber in der Übertragung dann auf vielen verschiedenen Transpondern. Wenn man also z.B. 4 Transponder für den Empfang der gewünschten Programme umsetzen möchte dann benötigt man auch entsprechend viele Module + Pay-TV Karten der Anbieter. Ein Modull hat aber nur ein CI-Fach und decodiert damit dann nur den einen gewählten Transponder der umgesetzt wird (und dann sind wir wieder bei Punkt 2 hier- Anzahl der Programme die umgesetzt + decodiert werden müssen). D.h. also das man hier ggf. mehr als nur eine Pay-TV Karte benötigt die natürlich auch immer extra bezahlt werden muss weil sie ein eigenes Abo darstellt (Sonderabsprachen mit dem Anbieter sind natürlich immer möglich).


(*) Footnote:
Was ist ein Transponder (auch "TP" genannt) ?
SAT-Transponder-Erklärung.JPG
Was ist ein SAT-Transponder ?

In diesem Bild werden 2 Transponder dargestellt (TP 10 + 11). Es befinden sich jeweils 4 Programme auf einem Transponder in diesem Beispiel. Eine Übersicht der Transponder-Belegung kann man z.B. für Astra 19 Grad Ost hier ersehen (auf anderen Seiten dort auch für jeden anderen Satelliten).

Was ist "nachbarkanaltauglich" / "übernachbarkanaltauglich"
Diese Bezeichnung kommt oft vor um die Ausgangskanalbelegung einer Kopfstation/Kopfstelle/Kanalaufbereitungsanlage zu definieren. "Nachbarkanaltauglich" sagt aus das man den Ausgangskanal direkt folgend (also z.B. C04 + C05/ Kanal 4 + 5) belegen kann. Bei "Übernachbarkanaltauglich" müsste immer ein Kanal "frei" bleiben (z.B. C04 + C06/ Kanal 4 + 6). Hier kommt es einfach auf die Menge der Programme an die umgesetzt werden müssen, je mehr es ausgangsseitig werden umso "enger" wird es dann !

Was ist eine LAN-/Netzwerk-Schnittstelle ?
Viele Kopfstationen verfügen ab Werk oder optional nachrüstbar über einen Netzwerkanschluss (LAN-Anschluss) und über ein Web-Interface bzw. zusätzliche PC-Software um sie direkt vom PC aus programmieren bzw. überwachen zu lassen. Vereinfacht die Programmierung der Anlage sehr und lässt auch eine Fernwartung vom Installateur/Hausmeister/etc. zu (z.B. per TeamViewer Zugriff oder DynDNS-Anbindung). Anlagen ohne einen solchen Anschluss müssen per Direktanschluss eines TV-Gerätes/Monitores an die Kopfstation oft eingestellt werden, dafür haben diese Kopfstationen dann ein Bedienfeld am Gerät oder eine Fernbedienung liegt für die Einstellungen bei

Hinweis: dieser Artikel wird neu erstellt und immer weiter bearbeitet. Er wird nicht nur als Hinweis hier angeboten und bleibt daher "offen". Wenn jemand Fragen oder Anregungen haben sollten bitte einfach hier rein schreiben, ich werde bemüht sein diese hier zu erläutern/ergänzen.
Dateianhänge
Polytron_PCU-Kopfstellen_Kopfstationen_Prospekt_V4_2018.pdf
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Ungelesener Beitragvon techno-com » 26. Juni 2018 11:51

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