Kommentar zu HDTV bei KDG ...

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Kommentar zu HDTV bei KDG ...

Ungelesener Beitragvon techno-com » 9. Februar 2010 11:58

Kommentar zu HDTV bei KDG: Kapazität "Ja" - flächendeckende Einspeisung "Nein"

[sg] Leipzig - Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland hat im Oktober ein "Bekenntnis zu HDTV" abgegeben. Das Unternehmen sagt auch, die notwendigen Kapazitäten dazu zu haben.

Konkret hieß es am 15. Januar in einem Statement gegenüber DIGITAL FERNSEHEN: "Wir haben ausreichend Kapazitäten im Kabelnetz, um unseren Kunden analoges und digitales TV, HDTV, Pay TV, Pay-per-View, Internet und Telefonie anzubieten. Kabel Deutschland hat darüber hinaus noch Kapazitäten, um weitere neue Produkte einzuführen." Zusammengefasst also: Kabel Deutschland hat mehr als ausreichend Platz für HDTV in ihrem Netz.

Trotzdem werden, wie nur rund zwei Wochen später bekannt wird, viele Kabel-Deutschland-Kunden auf ARD und ZDF in HDTV verzichten müssen. Denn die HDTV-Programme soll es nur in den "modernisierten Netzen" der KDG geben. Zu unserer Frage, wie viele KDG-Kunden ARD und ZDF in HDTV empfangen können, schweigt Kabel Deutschland bis heute beharrlich. Glaubt man Presseberichten, könnten hochgerechnet bis zu 20 Prozent aller KDG-Kunden ARD und ZDF nicht in HDTV sehen - bei rund 9 Millionen direkt versorgten Haushalten wären das immerhin 1,8 Millionen Kunden.

Warum nutzt der Kabelnetzbetreiber seine laut eigener Auskunft ausreichenden Kapazitäten nicht, um diese Kunden zu erreichen? Fakt ist: Kabel Deutschland bietet nach eigenen Angaben "bis zu" sieben HDTV Programme von Sky an. Will heißen: Gerne sieben, aber eben nicht überall und immer. Fakt ist auch, dass es ARD und ZDF in HDTV nur für KDG-Kunden gibt, die ihren Anschluss in einem "modernisierten Netz" haben. Von diesen Einschränkungen ist in dem uns vorliegenden Statement keine Rede.

Ja was denn nun? Sind die Kapazitäten nun "ausreichend" oder nicht? Dieser Gegensatz lässt für mich nur zwei Schlussfolgerungen zu. Entweder hat die KDG entgegen ihrer Behauptung gar nicht die Kapazitäten, um in ihren Netzen flächendeckend das derzeit für mich ohnehin nur rudimentäre HDTV-Angebot einzuspeisen. Wenn dies so wäre, ist diese Behauptung im besten Falle eine PR-Panne, im schlimmsten Falle könnte man meinen, dass der Netzbetreiber schlicht die Unwahrheit über den Ausbauzustand seines Netzes verbreitet. Das allerdings wäre dramatisch: Die Unternehmenskommunikation ist das Aushängeschild einer Firma und formt deren Bild nach außen. Wird hier gepatzt oder gar gelogen, kratzt das an der Glaubwürdigkeit des ganzen Unternehmens.

Also gehen wir weiterhin davon aus, dass Kabel Deutschland tatsächlich die ausreichende Kapazität hat, all seinen Kunden zumindest die momentan zur Einspeisung vorgesehen HDTV-Programme anzubieten. In diesem Fall würde Kabel Deutschland die Kapazitäten nur nicht für HDTV nutzen. Doch was wäre das dann für ein "Bekenntnis zu HDTV"? Meine Meinung ist: Dieses Bekenntnis zu HDTV kam reichlich spät, ist halbherzig und die Umsetzung ist mangelhaft. Andere Kabelnetzbetreiber sind dem Branchenprimus meilenweit voraus. Beispiel Kabel BW: Das Unternehmen hält für seine Kunden satte 19 HD-Programme (inklusive der in wenigen Tagen startenden Sender ARD und ZDF HD) bereit.

Zu einem "Bekenntnis" gehören für mich nicht nur große Worte, sondern vor allem Taten. Mit dem langen Hin- und Her um die Einspeisung von ARD und ZDF in HDTV hat sich die KDG nicht mit HD-Ruhm bekleckert. Ich wünsche mir für alle KDG-Kunden, dass Kabel Deutschland seinen HD-Schwur jetzt endlich mit Leben füllt. Das dazu notwendige Geschäftsmodell kann KDG gerne frei wählen. Die HDTV-Programme sind da. Die Kapazitäten dazu auch. Oder?

Stefan Goedecke


Quelle: http://www.digitalfernsehen.de vom 9.2.10


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